Holsterhausen. „Früher war es mir peinlich, vor der ganzen Klasse etwas vorzutragen. Das ist vorbei. Ich habe durch den Workshop ein ganz anderes Selbstbewusstsein bekommen“, erklärt die 16-jährige Annika. Ihre Schulkollegin Esra meint sogar: „Es hat keinen einzigen Streit in den letzten Tagen gegeben. Ein Weltwunder.“

Dahinter steht ein Berufsvorbereitungs- und Berufswahl-Workshop, den das Zentrum für Bildung, Integration und kulturelle Vielfalt seit Montag an der Holsterhausener Erich Klausener-Realschule angeboten hat.

„Anfangs dachte ich: Da steckt das übliche hinter, das wir seit Jahren machen. Langweilige Theorie, wie ich den richtigen Beruf suche und finde. Immer nur schreiben, schreiben. Gähn! – Aber diesmal war es ganz anders“, lobt einer der Neuntklässler begeistert. „Wir haben Szenen gespielt, Selbstbewusstsein trainiert. Viele Dinge gemacht, die für uns interessant sind.“ Nicht alle haben dadurch per „Eingebung“ einen Beruf für sich gefunden. Alle Beteiligten sind sich aber einig: „Wir haben Orientierungspunkte bekommen, die zu uns Jugendlichen passen und mit denen wir wirklich etwas anfangen, die wir umsetzen können.“

Stärken und Schwächen erkennen

Klassenziel erreicht, könnte man damit den Veranstaltern bescheinigen. Perpetua Keller, Heike Beutel, Gabi Bölke und Carl Weinknecht sind mit dem Lob auch zufrieden. „Wir helfen den Jugendlichen dabei, ihre Stärken und Schwächen zu erkennen. Wir zeigen ihnen, wie sie sich präsentieren können. Aber auch, wie man mit Kritik umgehen kann,“ sagt Perpetua Keller. „Wenn man sich mit dem Thema Berufswahl anders als nur in der Theorie auseinandersetzt, bleibt in den Köpfen viel mehr hängen. Das arbeitet dann im Unterbewusstsein weiter.“

Bei Annika und Rainer ist das nur noch bedingt notwendig. Ihre Berufswünsche stehen schon fest: Ingenieur und Sozialversicherungsfachangestellte.

Zeitungsartikel der WAZ vom 20.06.2013 (Susanne Menzel)

 

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Annika, Rainer und Lukas (v. li.) spielen Mitschülern und Lehrern eine Szene in einem Autohaus vor. „Selbstbewusst wie nie zuvor“, wie die drei Akteure vor dem Auftritt versicherten.Foto:Günter Blaszczy