Ein Tag im Jüdischen Museum

 

In den letzten Wochen hatte sich unser 8. PP-Kurs mit dem Thema Judentum beschäftigt. Was lag da näher, als ins Jüdische Museum in Dorsten zu gehen?

Heute war es endlich soweit. Ein bisschen aufgeregt waren alle. Zunächst ging es in die Ausstellung. Hier wurde uns die Frage gestellt, was eigentlich ein Jude sei und woran man ihn erkenne. Aus dem Unterricht wussten wir, dass manche Juden bestimmte Kleidung tragen, wie z.B. die Kippa oder lange schwarze Mäntel. Im Museum sahen wir uns Fotos jüdischer Menschen an und stellten fest, dass sie nichts Außergewöhnliches an sich haben, Juden sind Menschen wie du und ich. Wir sahen uns noch die Thora, die heilige Schrift der Juden, an und lernten auch etwas über das Pessachfest.

Im zweiten Teil unseres Besuches fragten wir uns, wie ein ganz normaler Tag bei uns aussieht. Wir sammelten Punkte wie Aufstehen, zur Schule gehen, Hausaufgaben machen, ins Kino gehen, Freunde treffen, Shoppen oder auch Sport treiben. Nun lasen wir reihum Gesetze vor, die die Nationalsozialisten nach und nach gegen Juden in Kraft gesetzt hatten. Es war erschreckend, da wir feststellten, dass für Juden ein normales Leben, so wie wir es kennen, nicht mehr möglich war. Oft hatten sie nicht einmal etwas zu essen, viele von ihnen wurden deportiert und starben.

Unsere letzte Station im Museum war ein Einblick in das Leben des Juden Rolf Abrahamsohn, der 1925 in Marl geboren wurde. Wir erfuhren, dass er als einziger seiner Familie den Holocaust überlebt hatte, seine Mutter, sein Vater und seine zwei Brüder wurden von den Nazis ermordet. Das hat uns sehr traurig gemacht. Trotzdem ist Rolf Abrahamsohn in Deutschland geblieben, da er als Zeitzeuge z.B. auch Schülern von seinem Leben erzählt und dadurch Menschen aufrüttelt, sich gegenseitig mehr zu achten und miteinander statt gegeneinander zu leben.

Der Tag im Museum war sehr interessant. Trotzdem bleiben noch viele Fragen offen, die wir vielleicht im Unterricht, vielleicht aber auch bei einem weiteren Besuch im Jüdischen Museum besprechen können.