Bericht der Dorstener Zeitung:

Hauptberuflich ist Uwe Jendroska als Lehrer für Mathematik, Geschichte und Informatik an der ErichKlausener-Realschule tätig. Nebenberuflich engagiert er sich als Unterbrandmeister im Freiwilligen Löschzug der Feuerwehr Bottrop-Boy. „Feuerwehren haben Probleme, Nachwuchs zu gewinnen“, sagt Jendroska. Das war für ihn die Initialzündung, eine Feuerwehr AG an der Holsterhausener Realschule zu gründen und zu begleiten. 19 Jungen und Mädchen waren zu Beginn des Schuljahres Feuer und Flamme. „Leider konnten wir in der ersten Arbeitsgemeinschaft nur zehn Bewerber berücksichtigen. Die, die nicht zum Zug gekommen sind, sollen aber im nächsten Schuljahr nachrücken“, verspricht der Lehrer. Neun Doppelstunden Praxis und fünf Doppelstunden Theorie vermitteln den jugendlichen Teilnehmern nachmittags nach Schulschluss eine Vorstellung davon, was ein Feuerwehrmann oder eine Feuerwehrfrau leisten müssen. Die Dorstener Feuerwehr unterstützt die schulische Arbeitsgemeinschaft: „Sie hat uns die Brandschutzkleidung geliehen und steht uns auch so mit Rat und Tat zur Seite.“ Feuerwehrmann Klaus Kremerskothen nimmt acht von zehn Schülern der AG am Dienstagnachmittag an der Erich-Klausener-Realschule an Bord eines Löschfahrzeuges. Maximilian prescht voran: „Du musst hinter dem Beifahrersitz sitzen, Du hinter dem Fahrer, Du rechts von

mir.“ Die jungen Kollegen hören aufs Wort und steigen ein. Maximilian kennt sich mit Einzelheiten, auch der Fahrzeugbesatzung gut aus. Er weiß, wer, wo sitzen muss. Für den 16-jährigen Maximilian steht sein Berufswunsch seit Längerem fest: „Ich möchte mich bei der Berufsfeuerwehr bewerben.“ Davor muss Maximilian aber nicht nur einen Schulabschluss vorweisen, sondern auch eine abgeschlossene Berufsausbildung. Derweil begnügt er sich damit, bei der Freiwilligen Feuerwehr Dorf Hervest mitzumachen, nachdem er schon bei der Jugendfeuerwehr aktiv war. „Das Tolle ist, dass durch die AG insgesamt vier Schüler zur Freiwilligen Feuerwehr gegangen sind, darunter auch einer, der gar nicht in der AG ist“, sagt Uwe Jendroska. Er begrüßt es, dass zwei Mädchen mitmachen. Joanna und Emily haben sich in (Feuerwehr)-Schale „geworfen“: „Die Schutzkleidung ist sehr

schwer. Vor allem die Schuhe“, sagen die beiden. Doch sie wollen sich nicht beklagen, denn die Arbeit bei der Feuerwehr finden sie sehr interessant. Die Mädchen ziehen die meterlangen Wasserschläuche hinter sich her, um für den „Löscheinsatz“ an einer Böschung am Kanalufer gewappnet zu sein. Zuvor haben die Schüler Aufstellung am Fahrzeug genommen. Eine letzte Unterweisung von Uwe Jendroska – dann spurten sie los, um die Schläuche auszurollen, miteinander zu verbinden und gemeinsam zu halten, während das Wasser unter hohem Druck ausgespuckt wird. „Teamarbeit, Freundschaft, Zusammenhalt, auch das vermittelt die Tätigkeit bei der Feuerwehr“, sagt ihr Lehrer. Und tatsächlich: Die Schüler arbeiten harmonisch zusammen, obwohl sie nicht in einer Klasse zusammen sind. Joanna sagt, sie nehme gerne an der Feuerwehr AG teil. „Es ist spannend, zu sehen, wie alles abläuft. Ich hätte nachmittags sowieso nichts Besonderes vor.“ Feuerwehrmann Klaus Kremerskothen sieht wohlwolllend, wie zupackend die Schüler und wie aufmerksam sie sind. Er nutzt die Gelegenheit, ihnen einen Ratschlag mitzugeben: „Kommt bloß nicht auf die Idee, im Sommer in den Kanal zu springen und unter den Frachtschiffen durchzutauchen.“ Es habe Todesfälle gegeben, weil einige Jugendlichen nicht wissen, dass der Spielraum unter den Schiffen minimal ist. „Machen wir nicht“, versichern ihm die Jugendlichen. Auf dem Schlauch stehen sie nicht: Die Übung am Kanal erledigen sie tadellos. Nächste Woche geht es auf zu neuen Ufern und zu neuen Herausforderungen, die die AG mit sich bringt. Vielleicht werden neben Maximilian weitere Jugendliche ins Feuerwehr-Boot entsteigen. Ihr Lehrer Uwe Jendroska sorgt gerne dafür. „.Die Feuerwehr ist ein Spielplatz für Erwachsene. Da kann man eine Menge erleben.“